Venedig
Doch vom drohenden Untergang der Lagunenstadt spricht man schon seit Generationen und wird es vermutlich auch weiterhin tun,
was jedoch niemanden davon abhalten sollte, einen Besuch der Serenissima auf die lange Bank zu schieben – sicher ist sicher. Schon Goethe nannte Venedig die “wunderbare Inselstadt”, die sich bereits damals großer touristischer Beliebtheit erfreute. Kaum eine andere Stadt wird derart von Besuchern überschwemmt; mit jährlich etwa 12 bis 15 Millionen Touristen dürfte sich Venedig an der Spitze der meistbesuchten europäischen Metropolen befinden. Gleichgültig wie viel Zeit man für seinen Venedigbesuch aufbringen kann, die Entdeckung dieser faszinierenden Stadt wird überwiegend zu Fuß oder mit dem Boot erfolgen, wie auch anders, da Venedig bekanntlich eine autofreie Stadt ist und insofern eine ganz besondere Attraktion darstellt.
Nur bei einer Entdeckungstour durch die schmalen Gassen, entlang der hochmütigen Palazzi, an unzähligen Kirchen und Klöstern vorbei, entsteht für kurze Zeit die Vision einer reichen und sehr von sich eingenommenen Stadt in der Blütezeit der italienischen Renaissance. Erst nach mehrmaligem Blinzeln verschwinden die in prächtige Brokat- und Seidenstoffe gewandeten Gestalten und machen zweckmäßig gekleideten Touristen und eleganten Italienern Platz. Doch keine Sorge, diese Vision lässt sich an jeder Ecke und vor jedem vornehmen Hauseingang erneut heraufbeschwören, nicht nur vor dem Palazzo Ducale oder dem Marcusplatz. Obwohl diese ruhmreichen Tage längst verklungen sind, wird Venedig für alle Zeiten “La Serenissima” bleiben – die Erlauchteste.