11.11.2010 News

Der venezianische Speisezettel ist überaus vielseitig und wohlschmeckend. Wie keine andere Stadt Italiens konnte Venedig seine Gerichte bereits mit raffinierten Gewürzen verfeinern, als man anderswo die Existenz dieser Spezereien noch nicht einmal ahnte. Als Handelsstadt war es Venedig schon immer möglich, die exotischsten Zutaten für seine Speisen zu verwenden.

Gewürze waren im Mittelalter beinahe unerschwinglich – wurde doch der Pfeffer mit purem Gold aufgewogen. Die Raffinesse der venezianischen Küche hat ihre Tradition bis heute bewahrt. Wichtigste Zutaten sind nach wie vor Fische und Meeresfrüchte, die meist herzhaft deftig mit viel Knoblauch auf den Tisch kommen. Dazu gibt es viele Sorten an Gemüse und Salaten wie Tomaten, Auberginen, Artischocken und Spargel. Eine venezianische Spezialität sind die berühmten in Essig und Öl eingelegten Sardinen, die mit Rosinen und Zwiebelringen eine pikante Vorspeise darstellen.

Das Risotto mit Tintenfisch ist etwas gewöhnungsbedürftig, da die Tinte mitgekocht wird und das Gericht schwarz auf dem Teller erscheint. Ob man sich für Aal- oder Fischsuppe entscheidet oder dem deftigen Eintopf aus dicken Bohnen, Nudeln, Gemüse und Kräutern den Vorzug gibt, ist Geschmackssache. Auch Stockfischmus mag sich zwar seltsam anhören, ist jedoch auf einer Scheibe Polenta serviert eine wahre Delikatesse. Reis spielt in der venezianischen Küche ebenfalls eine Hauptrolle.

Als Risotto mit Meeresfrüchten, Pilzen oder Radicchio ist es ebenso zu empfehlen wie das Risi e bisi mit jungen Erbsen, Schinken, Sellerie und Zwiebeln. Tiramisu ist auch in Venedig der Renner in punkto Dessert. Dagegen sind die Buranelli eine eher lokale Köstlichkeit, die sich hauptsächlich auf Venedig beschränken. Die kleinen trockenen Plätzchen, die auf der Insel Burano gebacken werden, schmecken hervorragend zum Dessertwein. In Venedig sind vor allem Weißweine beliebt – und zwar aus der Region Venetien, was sonst? Dies ist nicht zuletzt den überwiegend mit Fisch zubereiteten Gerichten geschuldet, zu denen die Venezianer niemals Rotwein trinken würden. Grappa ist nach dem Essen ebenso beliebt wie ein Caffè, sprich Espresso.