Bis nach Dalmatien und Istrien reichte der Einfluss Venedigs, das letztlich nur noch Genua als Konkurrentin um die Vormachtstellung in
der Levante und die Seeherrschaft im östlichen Mittelmeer neben sich gelten lassen musste. Anfang des 13. Jahrhunderts gelang Venedig unter dem Dogen Enrico Dandolo die Eroberung Konstantinopels, das zum wichtigsten Stützpunkt der aufstrebenden Republik wurde. Zur Festigung ihrer legendären Seemacht errichtete Venedig überall Festungen in ihren Besitzungen im Mittelmeerraum und gelangte so zur unangefochtenen Vorrangstellung im östlichen Mittelmeer mit einem beinahe unbeschränkten und störungsfreien Handel.
Seit Ende des 14. Jahrhunderts verleibte sich Venedig die Städte Vicenza, Verona, Padua, Brescia, Bergamo, Friaul, Ravenna und Cremona ein und unterwarf sogar Zypern. Auch kulturell war die venezianische Republik im 15. und 16. Jahrhundert auf dem Höhepunkt. 1797 besetzte Napoleon Bonaparte Venedig und beendete die Herrschaft von Dogen und Adligen. Die Besitzungen wurden aufgeteilt und Venedig gehörte samt der Provinz Venetien dem österreichischen Herrschaftsgebiet an. Im März 1848 bis August 1849 erhob sich Venedig gegen Österreich, jedoch ohne Erfolg.
1866 kam Venetien zum neu gegründeten Königreich Italien. Erst mit der Eröffnung des Suezkanals 1869 erhielt Venedig allmählich wieder Bedeutung als Hafenstadt, konnte jedoch seinen legendären Status nicht mehr erreichen. Die Serenissima war längst zum Fremdenverkehrsziel für Reisende aus ganz Europa geworden, die bereits im 19. Jahrhundert zu Hunderttausenden in die einmalige Lagunenstadt strömten. Venedig akzeptierte diesen Wechsel und spielte seine Rolle als Sehenswürdigkeit von Weltrang mit dem gewohnten Geschäftssinn.
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