Die Botteghe del caffè entwickelten sich bereits wenige Jahrzehnte später zu eleganten Kaffeehäusern, in denen Künstler und
Lebemänner mit vornehmem Nichtstun den Tag verbrachten. Giacomo Casanova gehörte ebenfalls zur Kundschaft der Cafés wie die feine venezianische Gesellschaft.
Unter den vielen Kaffeehäusern Venedigs erfreuen sich drei ganz besonderer Beliebtheit: das direkt am Markusplatz gelegene Caffè Florian, früher Caffè Venezia Trionfante, verweist auf seine lange Kaffeehaustradition, die bis zur Eröffnung im Jahr 1720 zurückgeht. Namhafte Gäste wie Goethe, Thomas Mann, Mark Twain und Proust fühlten sich hier auf den plüschigen Stühlen ganz wie zu Hause. Das Ambiente ist auch heute noch elegant und gediegen, die servierten Köstlichkeiten munden herrlich und Kaffeehausmusiker runden den teuren Genuss musikalisch-schmalzig ab.
Direkt gegenüber liegt das Caffè Quadri, das zwar etwa 50 Jahre jünger als sein Vis-à-vis ist, jedoch nicht minder berühmt. Hier geht es eher wienerisch-österreichisch zu. Bei Walzerklängen und Wiener Backwaren kann man bis zum Abend dem Kaffeegenuss frönen, um dann nahtlos zum Diner überzugehen. Auch hier sind die Preise exorbitant, ganz der exponierten Lage entsprechend. Das dritte venezianische Traditionscafé ist das Caffè Lavena unter den Arkaden der Biblioteca Marciana. Es ist zwar nicht ganz so bekannt wie seine beiden Pendants um die Ecke, doch dafür ebenso elegant in Ausstattung und Ambiente. Kristalllüster, Marmortischchen und gefühlvolle Musik garantieren auch hier die typische Kaffeehausatmosphäre.
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