11.11.2010 News, TOP 10

Das klassizistische Gran Teatro La Fenice trägt seinen Namen zu Recht: es wurde Ende des 18. Jahrhunderts auf den verkohlten Fundamenten des 20 Jahre zuvor abgebrannten alten Opernhauses erbaut und bot 800 musikbegeisterten Zuschauern Platz. Bereits 1836 fiel es wieder den Flammen zum Opfer, wuchs jedoch wie der legendäre Phönix aus der Asche schon ein Jahr später in voller Pracht aus den Trümmern heraus.

Die schlichte Außenfassade des weltberühmten Konzertgebäudes täuscht – innen erstrahlen die Ränge in edelstem Honiggold, Beige und Rot, und die Akustik ist schlicht phänomenal. Auf der Bühne des La Fenice feierten die Komponisten Rossini, Donizetti, Bellini und Verdi glanzvolle Uraufführungen ihrer Opern. Auch weltberühmte Sänger wie Callas, Freni, Caballé, Gigli und Pavarotti verzeichneten hier große Erfolge.

Das Opernhaus wurde 1992 rundum erneuert und auf 1.150 Sitzplätze erweitert. Doch 1996 brannte der feuererprobte Phönix erneut bis auf die Grundmauern ab. Nach aufwändigen und überwiegend durch Spenden finanzierten Rekonstruktionsarbeiten konnte der Traditionsbau 2003 wieder eröffnet werden und bietet musikalischen Hochgenuss in original wiederhergestellter Pracht. Das Verhalten der Opernbesucher wandelte sich im Laufe der Zeit ebenso wie der Musikgeschmack.

So unterhielt sich das Publikum während der Aufführungen lebhaft, man turtelte, spielte Karten und knackte Nüsse; selbst bei den empfindlichsten Pianissimo-Stellen priesen Verkäufer im Zuschauerraum ihre Getränke an. Auch kleine Wachskerzen wurden angezündet, damit man das Geschehen auf der Bühne im Textbuch mitverfolgen konnte. Obwohl die Logen dem Adel und der vornehmen venezianischen Gesellschaft vorbehalten waren, saß auch das Volk auf den einfachen Plätzen – zum Einheitspreis übrigens. Wer sich eine Opern-, Ballett- oder Konzertaufführung im legendären La Fenice gönnen möchte, sollte sich rechtzeitig um die Karten kümmern.