Man wird wohl nicht alle Inseln auf einmal besuchen können und muss daher eine gewisse Auswahl treffen, obwohl jede ihre eigenen Vorzüge und Reize besitzt. Interessant, wenngleich nicht jedermanns Geschmack ist ein Besuch der Isola di San Michele, wo alle
Venezianer ihre letzte Ruhestätte finden. Die Toteninsel Venedigs hat eine ganz eigene Ausstrahlung und wirkt besonders im Morgendunst seltsam unwirklich und fast geisterhaft.
Murano ist für seine Glasbläserwerkstätten berühmt, Burano dagegen für seine feinsten Spitzengewebe. Einem großen romantischen Bauerngarten gleicht die Isola di Sant’Erasmo in ihrer ländlich-bäuerlichen Ausrichtung. Dagegen ist die Isola del Lazzaretto Nuovo nichts für schwache Gemüter. Hierher wurden im 15. Jahrhundert die Kranken der Republik Venedig verbannt. Die Insel diente als Quarantänestation für Seeleute und Gefangene, die mit Infektionskrankheiten nach Venedig kamen.
Das dortige Museum gibt einen interessanten Einblick über die Geschichte der leidgeprüften Insel. Wen es auf eine malerische Fischerinsel zieht, sollte an der Isola di Pellestrina anlegen. Schon der mächtige Flutschutzdamm ist eine Sehenswürdigkeit an sich. Die beiden Orte San Pietro in Volta und Pellestrina-Ort bieten dörfliche Ruhe als erholsamen Kontrapunkt zum belebten und lauten Venedig. Jede einzelne der genannten Inseln – und noch viele andere mehr – stellen eine Welt für sich dar, in der die inseltypischen Eigenarten und Besonderheiten bis heute praktisch unbeschadet überdauern konnten.
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