Markusdom

Die Basilica di San Marco ist das beherrschende Gebäude an der Stirnseite des Markusplatzes. Der Markusdom ist mehr als ein Gotteshaus, er symbolisiert die Staatskirche Venedigs und steht als Sinnbild für Größe, Macht und Unabhängigkeit der Serenissima. Die Geschichte des Markusdoms begann Mitte des 9. Jahrhunderts wenig christlich mit einem Diebstahl. Venezianische Kaufleute raubten in Alexandria die Reliquien des heiligen Markus und schmuggelten sie nach Venedig, wo sie zunächst in der Palastkapelle des Dogen versteckt wurden. Man begann mit dem Bau der Markuskirche, deren ursprüngliches Gebäude mit dem heutigen Gotteshaus nichts mehr gemein hat. Bis ins 16. Jahrhundert hinein wurde an der um 1063 geweihten Basilika gebaut, erweitert und verändert, und jede Stilepoche hinterließ ihre eigenen prägnanten Spuren an der Fünf-Kuppel-Kirche.

Nur das Beste war für den Dom gut genug, so wurden Marmor, Porphyr, Bronze und sogar Gold verwendet, um dem Gebäude neben Größe auch den ihm gemäßen Prunk zu verleihen. Schon die Goldmosaike und die Quadriga aus Bronze an der Fassade lassen auf eine weitaus größere Prachtentfaltung im Innern des Doms schließen. Die Steinmosaike des Fußbodens sind leider mit schützenden Teppichen verdeckt, doch der Hochaltar mit seinen Reliefs an den Alabastersäulen und der darunter befindliche Sarkophag des hl. Markus bieten sich uneingeschränkt den Augen des Betrachters dar. Höhepunkt der Innenausstattung sind jedoch die einmaligen Mosaike, die auf über 4.000 Quadratmetern wie eine Goldtapete die Wände und das Kuppelgewölbe der Basilika auskleiden. Sie stellen eine Art "Armenbibel" dar, da sie auch für das des Lesens nicht kundige Volk Szenen aus der Heiligen Schrift in Bildform nahe brachten. Je nach Tageszeit und entsprechendem Lichteinfall kommen die Mosaike unterschiedlich grandios zur Wirkung, ein Experiment, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Ebenfalls sehr zu empfehlen ist ein Besuch des Tresoro, der Schatzkammer, und des Museo Marciano. Obwohl Napoleon die Schatzkammer gnadenlos geplündert hat, ist erstaunlich viel zum Bestaunen übriggeblieben.