Nach dem sie auf tragische Weise ihren Vater durch den Untergang der Titanic verlor, wurde die Erbin, Peggy Guggenheim, eine Freundin der Dadaisten. Sie entzog sich den Nazis und sammelte die Werke von über 200 modernen Künstlern, der sogenannten Avantgarde, in ihrem prunkvollen Zuhause am Canal Grande in Venedig. Peggy Guggenheims Palazzo Venier dei Leoni wurde zu einem Schrein der modernen Kunst, welcher Werke des Surrealismus, italienischen Futurismus und abstrakten Expressionismus enthält. Mit einigen Künstlern dieser Werke hatte Peggy eine sehr persönliche Beziehung. So beinhaltet ihre Sammlung beispielsweise zentrale Werke von ihrem Ex-Mann Max Ernst sowie Jackson Pollock, dem auch nachgesagt wird, ein Liebhaber von Peggy gewesen zu sein. Peggy Guggenheim sammelte die Werke nach ihrer eigenen Überzeugung und folgte demnach keinen Maßstäben von Prestige und Stil. Aus diesem Grund enthält ihre Sammlung neben den international anerkannten Künstlern wie Kandinsky, Picasso, Rothko, Klee, Brancusi, Mondrian und Dali auch Volkskunst und weniger bekannte Künstler.

Peggy Guggenheim war mehr als nur eine stilprägende Person, ihre beherzte Fürsprache entzündete neues Interesse in die italienische Kunst, welche mit dem Aufstieg von Mussolini und der Politik des Zweiten Weltkrieges in Ungnade gefallen war. Für diese jüdisch-amerikanische Verfechterin der italienischen Kunst, die selbst Zeugin der Gefahren von Zensur und parteilichen Befehlen geworden war, galt es, dass ernsthafte Kunst es verdient, gesehen und gemäß ihrem künstlerischen Wert beurteilt zu werden. Ihre Unterstützung führte zu der Neubewertung von Giorgio de Chirico Umberto Boccioni, Giorgio Morandi und Giacomo Balla. Zudem half es dem venezianischen Künstler Emilio Vedova.

Bei einem Besuch der Peggy Guggenheim Sammlung in Venedig können Kunstfreunde die Werke von Moore, Giacometti und Arp bewundern und im Skulpturgarten das Grab von Peggy besuchen. Dort wurde sie nach ihrem Tod im Jahre 1979 neben ihren geliebten Hunden begraben. Darüber hinaus lohnt es sich, im Garten-Café einen Espresso zu schlürfen. Gleich um die Ecke von dem Museum (Fondamenta Venier dei Leoni) findet man die zum Museum gehörige Buchhandlung. Dort werden neben Kopien von Peggy unverkennbaren Brillen auch eine Reihe von Kunstbüchern in verschiedenen Sprachen angeboten. Diese Adresse sollten sich besonders alle Kunstinteressierten merken, die noch mehr Details zu den einzelnen Gemälden erhalten wollen und das Gefühl haben, dass ihr Italienisch oder Englisch im Urlaub nicht dafür ausreichen wird. Kunstbände sind hier auch in deutscher Übersetzung erhältlich.

Weitere Informationen unter: www.guggenheim-venice.it